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Das Internationale Baccalaureate (IB)

Wer hätte das gedacht. Um das seit PISA erheblich angeschlagene Image des Exportgutes „Deutsche Bildung“ wieder etwas aufzupolieren, sind die deutschen Kultusminister sogar bereit dem Abitur, seit Generationen der Inbegriff deutscher Bildungsqualität, eine etwas zeitgemäß wirkendere Variante an die Seite zu stellen. So ist es zahlreichen Schülern und Schülerinnen an deutschen Auslandsschulen zukünftig möglich, eine „Deutsche Internationale Abiturprüfung“ (DIAP) abzulegen.
Damit reagierte die Kultusministerkonferenz (KMK) auf die immer lauter werdenden Forderungen von Wirtschaftsverbänden aber auch von Eltern, die schon seit längerem eine deutlich internationalere Ausrichtung der Schulbildung fordern.

Erfolg des IB als Geburtshelfer für die Deutsche Internationale Abiturprüfung (DIAP)

Beschleunigt hat diese Neuausrichtung auch der als unaufhaltsam erscheinende Aufstieg des „International Baccalaureate Diploma Programme“, kurz IB. Sowohl an deutschen Auslandsschulen als auch an Privatschulen in Deutschland wird das IB dem oft als „zu deutsch“ empfundenen Abitur mehr und mehr vorgezogen. Eine Entwicklung, die mittlerweile auch auf öffentliche Schulen übergreift und die deutsche Bildungspolitiker zwar besorgt zur Kenntnis nehmen aber nicht ohne weiteres bereit sind hinzunehmen.
Mit der DIAP hofft man nun, zumindest im Ausland, dem IB eine konkurrenzfähige Alternative entgegenzustellen, die den Trend umkehrt und Deutschland im Kampf um die „besten Köpfe“ bereits frühzeitig auf die Überholspur bringt.
Warum dieses Unterfangen nur schwerlich zu realisieren ist und Abitur und DIAP nicht wirklich gleichwertige Alternativen zum IB darstellen, wird schon daran erkenntlich, dass dem IB ein wirklich durch und durch internationales Curriculum zugrunde liegt, während selbst die DIAP ein überwiegend deutsches Produkt bleibt. Eltern, die ihre Kinder auf die globalisierte Welt von Morgen und Übermorgen bestens vorbereitet sehen wollen und eine Wahl haben, fällt da die Entscheidung nicht schwer. Sie entscheiden sich für einen Abschluss, der nicht auf einzelnen nationalen Bildungssystemen basiert, er umfasst vielmehr eine Auswahl der besten Elemente zahlreicher solcher Systeme.
Doch was genau verbirgt sich hinter dem IB, das sich einer hohen internationalen Wertschätzung erfreut und in Deutschland doch nahezu unbekannt ist. Am Beispiel des bilingualen IB an der German International School Sydney (GISS) soll dies deutlich werden.

Das bilinguale IB an der German International School Sydney (GISS)

Die GISS ist eine von über 2000 Schulen in über 125 Ländern, die mit der „International Baccalaureate Organisation“ (IBO) zusammenarbeitet. Die IBO ist eine gemeinnützige Stiftung im Bereich des Bildungswesens mit Sitz in der Schweiz. Die Schule zählt zu einer kleinen Gruppe ausgewählter deutscher Auslandsschulen, denen die KMK ermöglicht, diesen einzigartigen Abschluss anzubieten.
An der GISS wird das IB zweisprachig angeboten. Konkret bedeutet dies, dass die Fächer Deutsch, Biologie und Geschichte in deutscher Sprache vermittelt werden während die anderen Fächer (Mathematik, Chemie, Physik, Kunst, Wirtschaft) in englicher Sprache unterrichtet werden. Dazu kommt das Fach Englisch und die Fremdsprache Französich.
Wie kein anderer Abschluss erfüllt das IB die Forderung nach ganzheitlicher Bildung und Erziehung. Dafür sorgt unter anderem auch das Fach „Theory of Knowledge“, das mit (etwas verkürzt) einer philosophischen Reflexion der Einzelwissenschaften beschrieben werden kann.
Die Auflage eine gewisse Anzahl von sogenannten CAS-Stunden nachzuweisen (creativity, action, service) ist eine weitere Besonderheit des IB Diploma. Das CAS-Programm lässt das IB zum einzigen akademischen Abschluss werden, der einen regelmäßigen Dienst für die Gemeinschaft fordert und damit den Erwerb von Sozialkompetenz und Organisationsgeschick fördert.
Das IB Programm kennt nicht nur standardisierte Lernziele, sondern Curricula, die mehr als Lehrpläne sind. Deren vollständige Überarbeitung nach einem Zeitraum von fünf bis sieben Jahren, die durch erfahrene IB-Lehrkräfte erfolgt, sorgt nicht nur für eine kontinuierliche Weiterentwicklung, sondern macht sie zu Lehrplänen von Lehrern für Lehrer.
Zahlreiche Projekte und Facharbeiten begleiten den Unterricht und trainieren die Schüler in eigenverantwortlichem und fächerübergreifendem Arbeiten. Den IB-Lehrkräften an der Schule fällt auf, dass die Schüler und Schülerinnen in der Regel selbstständiger und motivierter arbeiten.
Die größte Herausforderung an Schüler und Lehrer stellen die zentralen Prüfungsaufgaben am Ende des zweijährigen IB Programms dar. Alle Schüler absolvieren die gleichen schriftlichen Prüfungen, die weltweit am gleichen Tag geschrieben werden. Die Arbeiten werden nicht an der eigenen Schule korrigiert, sondern nach Fächern getrennt in alle Welt geschickt.
Die Tatsache, dass die zentralen Prüfungsaufgaben von unbekannten Korrektoren korrigiert werden und der Lehrer nicht derjenige ist, der Noten vergibt und quasi mit einem Fuß im Prüfungslager steht, sorgt dafür, dass Lehrer und Schüler im gemeinsamen Streben für gute Leistungen oft eine dem Lernklima besonders förderliche enge Beziehung entwickeln.

Schüler, Lehrkräfte und Eltern schätzen gleichermaßen, dass es beim IB nicht darum geht, eine intellektuelle Elite zu fördern. Das IB hat die Bildung und Entwicklung des ganzen Menschen im Blick, fördert Kreativität und soziales Engagement, während die Jugendlichen gleichzeitig lernen, global zu denken und ihre Mitmenschen bei aller Verschiedenheit als gleichwertig anzuerkennen.

Deutscher Sonderweg

Während man sich an den renommierten Hochschulen in Frankreich, England, Australien und den USA sehr stark um die besten IB-Absolventen bemüht, so können IB-Absolventen dort häufig bereits im zweiten Studienjahr einsteigen, tun sich Deutschlands Hochschulen mit dem IB unverständlich schwer. Obwohl die KMK bereits im Jahre 2000 beschlossen hat, das IB auch für deutsche Schüler als Hochschulzugangsberechtigung anzuerkennen, scheinen nicht wenige deutsche Universitäten mit der Umsetzung dieser Vorgabe überfordert zu sein.
Wer mit einem IB-Abschluss an einer deutschen Hochschule studieren will, trifft nicht selten auf übereifrige Bürokraten, die das Einschreibeverfahren zum Hürdenlauf werden lassen.
So bemerken auch Vertreter der IBO kritisch, dass sich Deutschland sowohl bei der Notenumrechnung als auch bei der Anerkennung der Fächerkombinationen auf Ausnahmeregelungen beruft.
Ob dieser „deutsche Sonderweg“ den Aufstieg des IB in Deutschland aufhalten wird, darf bezweifelt werden. Vielmehr zeichnet sich ein weitaus düsteres Bild ab. Leistungsstarke deutsche IB-Absolventen, die an deutschen Universitäten abgelehnt werden, werden in Oxford und Harvard mit offenen Armen und Stipendien aufgenommen. Kein Witz sondern traurige Realität. Der Bildungsstandort Deutschland schlägt sich selbst. Wer hätte das gedacht.

Der Autor

Dr. Horst Giesler ist Privatdozent am Fachbereich Psychologie und Sportwissenschaft der Universität Gießen sowie Pädagogischer Direktor und Vertreter der Schulleiterin an der German International School Sydney.
Kontakt: horst.giesler@educationdownunder.eu

   
 
 
 
 
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